Katamaran unter vollen Segeln auf der Adria
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Segelwetter

Winde in Kroatien

Maestral, Bora und Jugo: Die drei wichtigsten Winde der Adria – was sie bedeuten, wann sie wehen und was ihr daraus macht.

Von Dominik · Co-Eigner der Miss Moneypenny
Aktualisiert Juni 2026 · Segler seit dem 14. Lebensjahr – mehrere Wochen im Jahr auf der kroatischen Adria.
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Der Freund der Segler

Maestral – der verlässlichste Wind der Adria.

Der Maestral (kroatisch: Maestral, auch Mistral) ist der thermische Nordwestwind, der von Mai bis September das Segeln an der kroatischen Küste so angenehm macht. Er entsteht, weil sich das Festland tagsüber stärker aufheizt als das Meer – die Luft steigt auf und zieht kühlere Meeresluft vom Nordwesten nach.

Typischerweise baut er sich zwischen 10 und 12 Uhr auf, erreicht nachmittags 3–5 Beaufort und legt sich nach Sonnenuntergang wieder. Für Segler bedeutet das: ruhige Morgenstunden zum Navigieren, schöner Segelwind am Nachmittag.

Nordwest10–18 Uhr3–5 Bft im MittelMai – September
Katamaran segelt bei gutem Maestral auf der Adria
Segelboot an der kroatischen Küste
Respektabler Gegenspieler

Bora – der böige Nordost vom Festland.

Die Bora ist ein katabatischer Wind: Kalte Kontinentalluft fließt über das Dinarische Gebirge und stürzt mit hoher Geschwindigkeit auf die Küste herab. Sie kommt aus Nordost und kann in Böen Windstärken von 8–10 Beaufort erreichen – in Extremfällen noch mehr.

Im Sommer tritt die Bora seltener und schwächer auf als in den Wintermonaten. Wenn sie im Sommer kommt, kündigt sie sich durch Schleierwolken über den Bergkämmen an und setzt oft plötzlich ein. In geschützten Buchten (Telašćica, Šibeniker Kanal) ist sie gut auszusitzen.

Nordostböig & unbeständighäufiger im Winterkalt & klar
Der unterschätzte Dritte

Jugo – warm, feucht und wellenreich.

Der Jugo (auch Scirocco) kommt aus Süd-Südost und trägt feuchte, warme Luft von Afrika über das Mittelmeer. Er kündigt sich langsam an – fallendes Barometer, zunehmende Bewölkung, Dünungen aus Süden. Einmal etabliert, kann er tagelang anhalten und baut langen Seegang auf.

Im Sommer ist der Jugo seltener als Maestral und Bora, aber wenn er kommt, ist er unangenehm: Die Kombination aus Wärme, Feuchtigkeit und steigendem Seegang macht das Segeln anstrengend. Hafenstopps mit guter Abdeckung aus Süden suchen.

Süd-Südostwarm & feuchtlanger Seeganglangsam aufbauend
Katamaran sicher vor Anker in geschützter Bucht
Reiseplanung

Beste Reisezeit auf einen Blick.

Segelsaison ist Mai bis Oktober – die Feinheiten machen den Unterschied.

MonatHauptwindStärkeCharakterEmpfehlung
MaiMaestral3–4 BftMild, wenig Touristik★★★
JuniMaestral3–5 BftWarm, angenehm★★★
JuliMaestral4–5 BftHeiß, Hochsaison★★
AugustMaestral4–5 BftHeiß, sehr voll★★
SeptemberMaestral/variabel3–4 BftWarm, ruhiger★★★
OktoberVariabel/Bora2–6 BftMild, einsame Buchten★★
An Bord

Wetterstrategie für den Törn.

Maestral frühzeitig nutzen

Der Maestral baut sich typischerweise zwischen 10 und 12 Uhr auf. Frühstarter profitieren von ruhigem Wasser am Morgen und segeln den Wind dann nachmittags mit.

Bora-Warnungen ernst nehmen

Vor einer Bora warnt der Wetterdienst oft mit Fallböen-Warnungen für die Küstenregionen. Die Meteo Alarm App und Windy zeigen zuverlässige kurzfristige Vorhersagen.

Bora-sichere Ankerbuchten

Telašćica und der Šibeniker Kanal bieten bei Bora guten Schutz. Offene Ankerplätze auf der Nordseite von Inseln meiden – dort trifft die Bora ungefiltert auf.

Jugo & Seegang

Der Jugo aus Süd-Südost baut mit der Zeit langen Seegang auf. Anders als die Bora kündigt er sich langsam an – bei fallendem Barometer früh reagieren.

Mehr erfahren

Jeden Wind im Detail.

Maestral, Bora und Jugo haben jeweils eigene Seiten mit Entstehung, Steckbrief, Warnsignalen und Seglertipps.

MaestralBoraJugo
Miss Moneypenny

Den Maestral gemeinsam erleben.

Die Miss Moneypenny liegt in der Marina Mandalina – genau dort, wo der Maestral jeden Sommer zuverlässig aufbaut.

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Häufige Fragen

Winde der Adria – kurz erklärt.

Der Maestral ist der thermische Nordwestwind, der von Mai bis September das Segeln an der kroatischen Küste prägt. Er entsteht, weil sich das Festland tagsüber stärker aufheizt als das Meer und kühlere Meeresluft nachzieht. Er baut sich zwischen 10 und 12 Uhr auf und erreicht nachmittags verlässliche 3–5 Beaufort.
Die Bora ist ein katabatischer Fallwind aus Nordost, der in Böen 8–10 Beaufort und in Extremfällen noch mehr erreicht. Im Sommer tritt sie seltener und schwächer auf als im Winter und kündigt sich durch Schleierwolken über den Bergkämmen an, setzt dann aber oft plötzlich ein. In geschützten Buchten wie Telašćica oder dem Šibeniker Kanal lässt sie sich gut aussitzen.
Der Jugo kommt aus Süd-Südost und trägt warme, feuchte Luft über das Mittelmeer. Anders als die plötzliche Bora kündigt er sich langsam an – durch fallendes Barometer, zunehmende Bewölkung und Dünung aus Süden. Einmal etabliert, kann er tagelang anhalten und baut langen Seegang auf.
Die Segelsaison liegt zwischen Mai und Oktober. Mai, Juni und September verbinden milde bis warme Temperaturen mit verlässlichem Maestral und ruhigeren Buchten, während Juli und August heiß und stark frequentiert sind. Verlässlichen Maestral mit 3–5 Beaufort am Nachmittag gibt es vor allem von Mai bis September.
Vor einer Bora warnt der Wetterdienst oft mit Fallböen-Warnungen für die Küstenregionen; die Meteo-Alarm-App und Windy liefern zuverlässige kurzfristige Vorhersagen. Beim Jugo hilft ein Blick aufs Barometer: Fällt es, solltet ihr früh reagieren und einen Hafen mit guter Abdeckung aus Süden suchen.
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