70-m-Zone für LandleinenNaturstrandMesspunkt: Kette berührt das Wassernicht der Anker · nicht die Bugrollemax. 70 mAnkern verboten · Radius 150 mGenug Schwojraum lassenweder Schiffe noch Hafeneinfahrten behindern
Ankern in Kroatien · Die Regeln seit der SSVO-Novelle

Frei vor Anker liegen – so geht’s.

Die schönsten Momente eines Törns passieren vor Anker. Was ihr über die neuen Regeln wissen müsst – von der 70-Meter-Zone über den Naturstrand-Abstand bis zum Schwojraum – plus Nationalparks, Ankermanöver und die besten Buchten ab Šibenik.

Von Dominik · Co-Eigner der Miss Moneypenny
Aktualisiert Juli 2026 · Segler seit dem 14. Lebensjahr – mehrere Wochen im Jahr auf der kroatischen Adria.
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Die Freiheit des Ankers

Ankern ist das Herzstück des Kroatien-Törns.

Keine Marina, kein Steg, keine Nachbarn auf zwei Meter Abstand – wer einmal in einer einsamen Bucht vor Anker gelegen hat, will keine Nacht im Hafen mehr. Kroatien bietet hunderte solcher Buchten, von den Kornaten bis zu den Außeninseln um Šibenik.

Voraussetzung: das richtige Boot. Mit Wassermacher und Solaranlage ist die Miss Moneypenny vollständig autark. Kein täglicher Hafenstopp für Wasser, kein Generator-Lärm für den Kühlschrank. Ihr bleibt, solange die Bucht gefällt.

Wassermacher an BordSolar statt Generatortagelang autark
Einsame Bucht in den Kornaten
Regeln & Vorschriften

Was beim Ankern in Kroatien gilt – inklusive der neuen 70-Meter-Zone.

Die Novelle der kroatischen Seeverkehrsverordnung regelt Festmachen und Ankern präziser als je zuvor – und in den Nationalparks kommen eigene Spielregeln dazu. Hier die sechs wichtigsten Punkte.

Landleinen: die 70-Meter-Zone

Wer mit Landleinen an der Küste festmacht, muss innerhalb von 70 Metern zur Küste bleiben. Gemessen wird an dem Punkt, an dem die Ankerkette ins Wasser eintaucht – nicht am Anker auf dem Grund und nicht an der Bugrolle. Zur Saison 2026 wurde die Zone von 50 auf 70 Meter erweitert.

150 Meter Abstand zu Naturstränden

Rund um Naturstrände ist das Ankern in einem Radius von 150 Metern verboten. Mitten in der Bucht dürft ihr dagegen ankern, sofern es dort nicht ausdrücklich untersagt ist.

Keine Behinderung, genug Schwojraum

Vor Anker dürft ihr weder andere Schiffe noch die Hafeneinfahrt behindern – und das Boot braucht genügend Platz zum Schwojen, wenn Wind oder Strömung drehen.

Nationalpark-Vignette

Für die Einfahrt in den Kornati-Nationalpark und den Naturpark Telašćica wird eine Vignette benötigt. Diese kann online oder an Ranger-Stationen erworben werden.

Anker- vs. Bojenpflicht

In vielen Nationalpark-Buchten ist nur Bojenpflicht, kein freies Ankern erlaubt – um den Meeresboden zu schützen. Außerhalb der Parks gilt freies Ankern, solange die Abstandsregeln eingehalten werden.

Abwasser & Umwelt

Innerhalb der Nationalparks gilt absolutes Verbot für Schwarzwasser-Einleitung. Toilette nur mit geschlossenem Tank betreiben – die Miss Moneypenny ist entsprechend ausgestattet.

Stand: Sommer 2026. Verbindlich ist die jeweils aktuelle Fassung der Seeverkehrsverordnung – bei der Übergabe in der Marina Mandalina geht unsere Charter-Agentur Mare Yachting die Regeln fürs Revier mit euch durch.

Praxis an Bord

Das Ankermanöver – Schritt für Schritt.

So läuft das Manöver an Bord der Miss Moneypenny ab – eingespielt in fünf Schritten, vom Rollenverteilen bis zum Halte-Test.

Kette: 3–5 × WassertiefeWassertiefe · sagt der Skipper vom Echolot anTest: langsam rückwärtsLandpunkt peilen
Das Ankermanöver im Überblick: Kette auf die 3–5-fache Wassertiefe stecken, dann rückwärts eintuckern und die Landpeilung beobachten.

Rollen verteilen

Der Skipper übernimmt das Steuer, eine zweite Person geht zum Anker auf den Bug. Vorher klare Handzeichen vereinbaren – gegen Wind und Motor ruft es sich schlecht.

Anker ab, Tiefe ansagen

Das Boot steht langsam über dem Ankerplatz, der Anker wird heruntergelassen. Der Skipper sagt die Wassertiefe vom Echolot an – sie bestimmt, wie viel Kette gleich gesteckt wird.

Kette auf 3–5-fache Tiefe stecken

Mit der elektrischen Ankerwinsch wird die Kette auf die drei- bis fünffache Wassertiefe ausgebracht. Die Markierungen alle 10 Meter an der Kette machen das Mitzählen leicht.

Anker-Stopp

Ist die drei- bis fünffache Länge erreicht, stoppt die Winsch. Bei 5 Metern Wassertiefe liegen damit 15 bis 25 Meter Kette im Wasser – je mehr Wind erwartet wird, desto mehr Kette.

Testen, ob der Anker sitzt

Mit eingelegtem Rückwärtsgang langsam eintuckern, dabei einen festen Landpunkt peilen – einen Felsen, Baum oder eine Hauskante. Bewegt sich das Boot nicht mehr gegen die Peilung, hat sich der Anker eingegraben.

Übrigens: Den Check-in in der Marina Mandalina übernimmt unsere professionelle Charter-Agentur Mare Yachting – sie geht das Boot mit euch durch, inklusive Ankerwinsch, Kettenmarkierungen und Einweisung am Steuerstand. Nach dem zweiten Ankerstopp sitzt der Ablauf.

Ab Šibenik

Die schönsten Ankerbuchten in Reichweite.

Alle innerhalb einer Woche erreichbar – je nach Route und Windlage. Den großen Überblick liefert unser Guide zu den schönsten Ankerbuchten Kroatiens.

Nationalpark · Boje

Bucht Lavsa (Kornaten)

Gilt als eine der schönsten Buchten der Adria: türkis, still, von Kalkfelsen umgeben. Bojenfeld vorhanden – Reservierung über mySea empfehlenswert.

Naturpark · Anker & Boje

Telašćica (Dugi Otok)

Riesige, geschützte Bucht auf 7 km Länge. Auch bei Bora sicher. Ankern in mehreren Zonen möglich, Bojenfelder an den Steilhängen.

Außerhalb Nationalpark · frei

Bucht Hramina (Murter)

Ruhige Bucht auf Murter, gut geschützt. Kein Nationalpark – freies Ankern außerhalb der Fahrrinnen erlaubt. Restaurant an Land.

Außerhalb Nationalpark · frei

Kaprije & Žirje

Die äußeren Inseln des Šibeniker Reviers haben zahlreiche ruhige Buchten. Weniger besucht als Kornaten – oft mehr Platz und mehr Stille.

Aus dem Logbuch · 2 Wochen Šibenik–Dubrovnik

Vier Buchten, die wir selbst gesegelt sind.

Auf unserem 2-Wochen-Törn Richtung Dubrovnik haben sich diese vier Ankerplätze ins Logbuch geschrieben – alle Fotos von Bord der Miss Moneypenny.

Praxistipp

Bojen in der Hauptsaison reservieren.

In den Kornaten und Telašćica sind die Bojenfelder in Juli und August oft bis nachmittags ausgebucht. Die Apps mySea und Anchor ermöglichen Reservierungen – am besten morgens reservieren, wenn man das Tagesziel kennt.

Wer flexibel bleibt: Frühzeitig ansteuern (vor 13 Uhr) oder auf freie Ankerbereiche ausweichen. Gerade abseits der bekanntesten Buchten gibt es noch viele ruhige Alternativen.

mySea AppAnchor Appvor 13 Uhr ansteuern
Badeplattform der Miss Moneypenny vor Anker
Mehr entdecken

Törnvorschlag mit den besten Ankerbuchten.

Die 1-Woche-Kornaten-Route führt durch die schönsten Ankerbuchten des Reviers – mit konkreten Empfehlungen für jeden Tag.

Törnvorschlag ansehenVerfügbarkeit anfragen
Häufige Fragen

Ankern in Kroatien – kurz erklärt.

Ja – mitten in der Bucht ist Ankern erlaubt, wo es nicht ausdrücklich verboten ist, etwa um Murter, Kaprije und Žirje. Drei Regeln der Seeverkehrsverordnung gelten dabei immer: 150 Meter Abstand zu Naturstränden, keine Behinderung anderer Schiffe oder der Hafeneinfahrt und genügend Raum zum Schwojen. In den Kornaten und im Naturpark Telašćica gilt dagegen meist Bojenpflicht, um den Meeresboden zu schützen.
Wer an der kroatischen Küste mit Landleinen festmacht, muss künftig innerhalb von 70 Metern zur Küste bleiben – die Zone wurde zur Saison 2026 von 50 auf 70 Meter erweitert. Entscheidend ist der Messpunkt: Gemessen wird dort, wo die Ankerkette ins Wasser eintaucht, nicht am Anker auf dem Grund und nicht an der Bugrolle. Damit bleibt auch in tiefen, steil abfallenden Buchten genug Spielraum, die Kette sauber auszubringen.
Zu Naturstränden schreibt die kroatische Seeverkehrsverordnung einen Abstand von 150 Metern vor – innerhalb dieses Radius ist das Ankern verboten. So bleiben Badende geschützt und die Strände frei von Ankergeschirr.
Die Faustformel lautet: Kettenlänge gleich drei- bis fünffache Wassertiefe – bei 5 Metern Tiefe also 15 bis 25 Meter Kette, bei mehr Wind eher mehr. Die Markierungen alle 10 Meter an der Kette helfen beim Abzählen. Ob der Anker sitzt, zeigt der Halte-Test: mit eingelegtem Rückwärtsgang langsam eintuckern, einen festen Landpunkt peilen und beobachten, ob das Boot noch wandert. Steht die Peilung, hat sich der Anker eingegraben.
Ja. Für die Einfahrt in den Kornati-Nationalpark und den Naturpark Telašćica ist eine Vignette nötig. Ihr bekommt sie online oder an den Ranger-Stationen vor Ort.
Frei ankern außerhalb der Schutzgebiete ist kostenlos. Für Bojenfelder fällt eine Liegegebühr an – grob 25 bis 60 € pro Nacht für einen Katamaran dieser Größe, in einer Marina entsprechend mehr. Für den Kornati-Nationalpark und Telašćica kommt die nach Bootslänge gestaffelte Tagesvignette hinzu, die online meist günstiger ist als vor Ort. Das sind Richtwerte, Stand 2026 – sie variieren je nach Saison, Bootsgröße und Anbieter; verbindliche Zahlen gibt es auf Anfrage.
Zu den schönsten zählen die Bucht Lavsa und Telašćica in den Kornaten sowie – außerhalb des Nationalparks und frei beankerbar – die Bucht Hramina auf Murter und die ruhigen Buchten von Kaprije und Žirje. Wer weiter nach Süden segelt, nimmt die Klassiker unseres 2-Wochen-Törns mit: Mala Luka an Veli Drvenik, Šešula und Maslinica auf Šolta, Palmižana vor Hvar und die Traumbucht Lovišće auf Šćedro.
In der Hauptsaison ja: In Juli und August sind die Bojenfelder in den Kornaten und in Telašćica oft schon nachmittags ausgebucht. Über die Apps mySea und Anchor lässt sich reservieren – am besten morgens, sobald das Tagesziel feststeht, oder die Bucht vor 13 Uhr ansteuern.
Innerhalb der Nationalparks ist das Einleiten von Schwarzwasser absolut verboten. Die Toilette darf dort nur mit geschlossenem Tank betrieben werden – die Miss Moneypenny ist entsprechend ausgestattet.
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