Pula
Die größte Stadt Istriens lockt mit einem der besterhaltenen römischen Amphitheater der Welt. Die Marina Pula liegt geschützt im weiten Naturhafen und ist ein logischer Start- oder Endpunkt für einen Istrien-Törn.

Wenn vom Segeln in Kroatien die Rede ist, fallen meist zuerst die Kornaten, Split oder die süddalmatinischen Inseln. Dabei hat der Norden ein Revier zu bieten, das viele unterschätzen: Istrien. Die herzförmige Halbinsel an der Nordadria verbindet auf engem Raum römische Antike, venezianisches Erbe und ruhige Naturküsten – und die Distanzen sind so kurz, dass sich an einem Tag mehrere Anläufe kombinieren lassen.
Das Segelrevier Istrien reicht grob von Pula im Süden über Rovinj, Vrsar und Poreč an der Westküste bis hinauf zur slowenischen Grenze. Vorgelagert liegt der Brijuni-Nationalpark, tief ins Land schneidet der Limski-Kanal. Wer weiter will, segelt nach Osten in die Kvarner Bucht mit den langen Inseln Cres und Lošinj. Der Charakter ist ein anderer als in den weiten Inselwelten Dalmatiens: Hier dominieren Stadt-Anläufe, kurze Etappen und eine Küste, die kulturell dichter besiedelt ist.
Eine ehrliche Einordnung vorweg, weil sie für die Planung wichtig ist: Istrien ist ein eigenständiges Revier im äußersten Norden Kroatiens. Es ist nicht das Revier, in dem die Miss Moneypenny liegt. Unser Katamaran hat seinen Heimathafen in Šibenik, ein gutes Stück südöstlich in Mitteldalmatien. Mehr dazu weiter unten – zunächst der Blick auf das, was Istrien als Segelrevier ausmacht.
Sechs Anlaufpunkte, die einen Istrien-Törn prägen – von der Hafenstadt bis zum Übergang in die Kvarner Bucht.
Die größte Stadt Istriens lockt mit einem der besterhaltenen römischen Amphitheater der Welt. Die Marina Pula liegt geschützt im weiten Naturhafen und ist ein logischer Start- oder Endpunkt für einen Istrien-Törn.
Die wohl fotogenste Stadt der Nordadria: venezianisch geprägte Altstadt auf einer Halbinsel, der Turm der Kirche Sveta Eufemija als Landmarke. Davor liegt ein kleines Archipel mit ruhigen Ankerbuchten.
Vierzehn Inseln vor der Westküste, ehemalige Sommerresidenz, heute Nationalpark mit Safaripark und römischen Ruinen. Anlaufen und Ankern sind nur in geregeltem Rahmen erlaubt – Vignette und Anmeldung vorab klären.
Ein rund neun Kilometer tief ins Land reichender Fjord-artiger Meeresarm zwischen Rovinj und Vrsar – steile, bewaldete Hänge, Austern- und Muschelzucht, ein ungewöhnlich ruhiges Stück Nordadria.
Die Westküste reiht kleine Häfen und Marinas eng aneinander. Vrsar am Eingang des Limski-Kanals und das antike Poreč mit der Euphrasius-Basilika eignen sich gut für kurze Etappen entlang der Küste.
Östlich von Istrien beginnt die Kvarner Bucht. Die langen Inseln Cres und Lošinj sind der natürliche Übergang dorthin und ein lohnendes Ziel für längere Törns ab der Nordadria.
Istrien ist gut erschlossen. Entlang der Westküste reihen sich Marinas und Stadthäfen dicht aneinander: Pula, Rovinj, Vrsar, Poreč und Umag bieten Liegeplätze mit voller Versorgung. Weil die Etappen kurz sind, lässt sich nahezu jeder Abend in einem Hafen oder einer geschützten Bucht ausklingen – das macht das Revier auch für weniger erfahrene Crews planbar.
Wer lieber vor Anker liegt, findet rund um Rovinj, vor den vorgelagerten Inselchen und im Schutz des Limski-Kanals ruhige Plätze. In Schutzgebieten wie Brijuni gelten besondere Regeln: Anlaufen und Ankern sind nur in geregeltem Rahmen erlaubt, eine Vignette ist nötig und teils besteht Bojenpflicht. Solche Anläufe gehören frühzeitig in die Planung.
Die Liegegebühren in den Marinas der Nordadria bewegen sich saisonabhängig oft in einer Spanne von etwa 60 bis 120 € pro Nacht für eine Yacht in dieser Größenklasse, in Spitzenhäfen zur Hochsaison auch darüber. Richtwerte, Stand 2026 – variiert je nach Saison, Bootsgröße und Anbieter; verbindliche Zahlen auf Anfrage.

Die drei prägenden Winde gelten in ganz Kroatien – in Istrien mit einer Besonderheit bei der Bora.
Auch in der Nordadria ist der thermische Nordwest der Sommerwind: Er baut sich vormittags auf und bringt nachmittags angenehme 3–5 Beaufort. Verlässlich von Mai bis September.
Der katabatische Fallwind aus Nordost kann gerade in der Nordadria kräftig ausfallen, mit Böen bis 8–10 Beaufort. Vorhersagen ernst nehmen und Buchten mit gutem Schutz aus Nordost wählen.
Der Süd-Südost trägt warme, feuchte Luft heran und baut über die Zeit langen Seegang auf. Er kündigt sich langsam an – ein Blick aufs Barometer hilft, früh genug einen Hafen anzulaufen.
Eine vertiefte Erklärung zu Entstehung, Stärke und Warnsignalen jedes Windes findet ihr in unserem Ratgeber zu den Winden in Kroatien. Gerade in der Nordadria lohnt es sich, die Bora-Vorhersage genau zu verfolgen.
Istrien spielt seine Stärken vor allem für Crews aus, die Kultur, kurze Schläge und planbare Tage schätzen. Wer gern jeden Abend in einem charmanten Stadthafen festmacht, abends durch venezianische Gassen schlendert und tagsüber kurze, entspannte Etappen segelt, ist hier richtig. Auch für die Anreise aus Mitteleuropa ist die Nordadria ein Pluspunkt: Sie ist deutlich schneller erreichbar als die süddalmatinischen Reviere.
Wer dagegen die großen, einsamen Inselwelten sucht – endlose Ankerbuchten, lange Schläge zwischen den Inseln, Nationalpark-Natur mit wenig Besiedlung – findet sein Revier weiter südlich. Das ist keine Wertung, sondern eine Frage des Typs: Beide Reviere segeln sich gut, aber sie fühlen sich unterschiedlich an. Ein Vergleich der kroatischen Reviere hilft bei der Wahl – mehr dazu im Überblick zum Segelrevier Kroatien.
Damit hier nichts unklar bleibt: Unser Katamaran, eine Lagoon 400 S2 aus dem Baujahr 2016, liegt in der Marina Mandalina in Šibenik – also in Mitteldalmatien, ein gutes Stück südöstlich von Istrien. Istrien ist ein eigenständiges Revier im Norden, das ihr mit einem anderen Charterboot vor Ort ansteuert. Wir behaupten nicht, dass die Miss Moneypenny in der Nordadria liegt.
Wer Mitteldalmatien ab Šibenik segeln möchte, findet hier ideale Bedingungen: Von der Marina Mandalina erreicht ihr in wenigen Stunden die Kornaten mit ihren 89 Inseln, den Krka-Nationalpark mit seinen Wasserfällen und die Naturbucht Telašćica – dazu die Städte Trogir, Split, Hvar und Korčula sowie die kleinen Inseln Zlarin und Prvić. Eine Übersicht des Heimatreviers findet ihr im Revier Šibenik, konkrete Routenideen für eine Woche im Ratgeber zu den Segeltörn-Routen in Kroatien.
Im Charterpreis ab rund 2.500 € pro Woche in der Nebensaison sind Bettwäsche und Handtücher, Endreinigung, Gas und Kurtaxe, der Außenborder fürs Beiboot, Transitlog und Hafengebühr im Heimathafen, WLAN, Schnorchelausrüstung sowie eine 24/7-Notfallbereitschaft enthalten. Wer keinen Sportbootführerschein hat, bucht einen erfahrenen Skipper dazu (rund 1.000–1.500 € pro Woche). Konkrete Preise für eure Wunschwoche nennen wir auf Anfrage und in den Charter-Infos.
Die Miss Moneypenny liegt in der Marina Mandalina – bereit für euren Törn in die Kornaten, zum Krka-Nationalpark und entlang der dalmatinischen Küste.

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